Funckenhof Andrea Funcke

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Widder

Hoföffnungszeiten:

Von April bis Oktober freitags und sonnabends von 15.00 bis 18.00 Uhr

Hofladen mit Produkten rund ums Schaf, Pfad der Sinne – der Weg durch einen Tag vor 100 Jahren, bäuerliches Hauswesen

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Jahrgang 1967, aufgewachsen in Wohnblocks des Hamburger Umlandes, als es dort noch grün und lebendig war, hatte ich schon vor meiner Schulzeit eine feste Vorstellung davon, wie mein Leben als „Bäuerin“ einmal aussehen sollte. Als es endlich soweit war, dass ich in die Welt hinausziehen sollte, stellte ich fest, dass es das Berufsbild „meiner“ Bäuerin gar nicht mehr gab. Nach Abitur und Studium der Landschaftsplanung an der TU Berlin zog ich von Hof zu Hof und Schäferei, um altes, vom Vergessen bedrohtes Wissen zu sammeln.
Mein Sammeleifer führte mich Anfang der 90er Jahre in das Museumsdorf Hamburg-Volksdorf, wo ich über 15 Jahre lang viele Veranstaltungen und Ferienprogramme entwickelte und durchführte. Nebenbei hielt ich seit 1994 Milchschafe und Hühner zur Selbstversorgung. Einige Jahre arbeitete ich als mobile Altenpflegerin in Dithmarschen. Dort erlebte ich die letzte Generation mit dem lebendigen Wissen über die Subsistenz. Unvergessen bleibt mir die Versammlung von Altbauern um die Brutmaschine desjenigen, der meine Hühnereier ausbrütete. Von 30 Eiern schlüpften zwei. Ein prüfender Blick nach draußen, und für die alten Herren war klar: Wir haben Ostwind! Bei Ostwind schlüpfen die Küken nicht!
Was hat der Ostwind mit dem Schlüpfen der Küken zu tun? Inzwischen weiß ich es. Aber Einfluss hat er nur auf natürlich ausgebrütete Eier.
„Deern, du musst nach Haus zu den Schafen. Die Flut kommt und mit der Flut kommen die Lämmer!“ - Ein Schatz an Wissen über die Rhythmen der Natur und die Menschen, die noch mit ihnen leben konnten. Heute ist diese Generation tot und mit ihr ist unglaublich viel elementares Wissen verloren gegangen.
Irgendwann war klar, dass sich Schafhaltung und Job nicht miteinander vereinbaren lassen. Während der Lammzeit keinen Urlaub zu bekommen forderte regelmäßig tote Lämmer und kaputte Nerven. Ich machte mich mit meinen Milchschafen und dem Mobilen Mitmach Museum selbstständig und fuhr mit meinen museums- und umweltpädagogischen Programmen in Kindergärten, Schulen, Hotels, Jugendherbergen.
Das Zusammentreffen von nicht dressierten Tieren unter freiheitlichen Bedingungen mit Kindern und anderen Menschen war immer wieder spannend zu beobachten. Da passierten unglaubliche Dinge. Daraus entwickelte ich im Laufe der Zeit in Zusammenarbeit mit der Therapeutin Claudia Beil eine Therapieform die auf der freien Begegnung zwischen Tier und Mensch basiert. 2009 gründeten wir schließlich die Arbeitsgemeinschaft Animaga.
2006 wurde das Mobile Mitmach Museum sesshaft. Ich zog ins Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue nach Walmsburg auf eine kleine Hofstelle. Es kam immer mehr Land dazu. So trat die Landwirtschaft immer mehr in den Vordergrund und die pädagogischen Programme nahmen ab. 2008 machte ich noch eine Zusatzausbildung zur Fachfrau Agrarmanagement. Inzwischen manage ich einen Betrieb mit bis zu 150 Mitarbeitern und (hauptsächlich) Mitarbeiterinnen. Meine leitenden Angestellten sind zwei extrem unterschiedliche Border-Collies, deren Arbeitsweisen unter einen Hut zu bekommen mein Können und meine Geduld immer wieder aufs Neue herausfordert. Um die 100 Schafe machen sich täglich aufs Neue daran, das Grünland des Hofes zu pflegen. Enten, Hühner und Katzen gehen ihren Aufgaben auf dem Hofgelände nach. Zwei Esel und ein Muli sind feinsinnig genug, um die groben Verrichtungen in der Landwirtschaft zu tätigen. Den Empfangsherren Donald hat die übermäßige Hitze des Sommers 2010 so zu schaffen gemacht, dass er den Dienst leider quittieren musste. Die Stelle ist vakant.
Da nun das Mobile Mitmach Museum nicht mehr unterwegs ist, wurde es Zeit, dem Kind einen neuen Namen zu geben. 2010 wurde der Funckenhof geboren.